#SP-Buch-Adventskalender / Thorsten Hoß

Hallöchen meine lieben Wichtel! Heute habe ich einen Drachen mitgebracht. Thorsten habe ich auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse kennengelernt und ihn sofort ins Herz geschlossen. Als gelernter Erzieher und Leiter von PEN und PAPER-Seminaren für Jugendliche bringt er die perfekten Voraussetzungen mit fantastische Bücher zu schreiben.
Ich durfte wieder ein Interview mit ihm führen und er hat eine extra für den Adventskalender geschriebene Geschichte aus Lunaria dabei Habt viel Spaß beim lesen.
1. Gibt es Parallelen deiner Protagonisten zu Verwandten oder Bekannten oder sind sie komplett erfunden?

Sie sind komplett erfunden. Der Vor- und Zunahmen von Koschkin ist jedoch der Gleiche wie ihn der Großvater meiner Frau getragen hat. Das habe ich aber erst nach drei Bänden erfahren, als mich meine Schwiegermutter darauf angesprochen hat, ob ich Boris Iwanowitsch extra ausgesucht hätte.

2. Du hast mit deinen Büchern eine eigene Welt geschaffen. Wenn du eine Sache in unserer Welt verändern könntest: Was wäre das?

Egal was? Die Gier der Menschen abschaffen. Aber vermutlich ist das zu viel verlangt. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich gegenseitig und die Welt weniger ausbeuten und die Unsitte der „Gewinnmaximierung“ geächtet würde.

3. Welches von deinen 5 Büchern ist dir persönlich am besten gelungen?

Das kann ich selber nicht so genau sagen. Aber ich hoffe doch, dass ich mit jedem Buch besser werde, also vermutlich ist das letzte wohl das Beste.

4. Du bist Selfpublisher. Was sind die Vorteile vom Selbstverlegen gegenüber dem Veröffentlichen bei einem Verlag?

Noch eine schwierige Frage für mich, da ich den weg zu den Verlagen gar nicht erst gegangen bin und damit keine direkten Erfahrungen mit ihnen habe. Die Vorteile des Selfpublisher sind ebenso seine Nachteile. Du bist frei in dem was du tust, must es aber eben auch alles machen. Es ist leicht dein Buch herauszubringen aber durch die dadurch bedingte Masse anderer Selfpublisher schwer Aufmerksamkeit zu erhalten. Selfpublisher ist viel Arbeit, die zum Schreiben hinzukommt, das sollte jedem klar sein, der diesen Weg geht.

5. Du leitest als Erzieher unter anderem auch Rollenspielseminare für Kinder und Jugendliche. Pen&Paper Spiele erfordern viel Kommunikation. Glaubst du das es in naher Zukunft Jugendlichen immer schwerer fallen wird Kontakte außerhalb der Sozialen Netzwerke zu knüpfen?

Schwere Frage. Ich sehe die Sozialen Netzwerke eher als Erweiterung der Möglichkeiten sozialer Interaktion. Viele Menschen die ich bspw. über Twitter kennen und schätzen gelernt habe, treffe ich gelegentlich auch „in echt“. Diese Kontakte hätte es ohne die Plattform nicht gegeben. Und über diese Treffen lernt man wieder neue Leute kennen. Das sehe ich auch bei Jugendlichen. Der Nachteil ist jedoch, dass diese Sozialkontakte recht weit verstreut sein können, was ein persönliches Treffen erschwert. Am Ende kommt es doch nicht darauf an, wo man sich kennen gelernt hat sondern was man daraus macht.

6. Du hast für unseren Adventskalender extra eine kleine Weihnachtsgeschichte geschrieben. Wie sieht es bei euch zu Hause mit Traditionen aus? Gibt es Rituale die jährlich gepflegt werden?

Ich muss zugeben dass ich nicht besonders Traditionell bin. Aber um einige Rituale kommt man im Rheinland einfach nicht herum. Dem Schützenfest im Dorf kann man ebenso wenig entgehen wie dem Karneval. Ob man will oder nicht, man ist mitten drin. Wir begehen auch Christliche Feiertage wie Ostern oder Weinachten. Ich persönlich beteilige mich aber eher wegen meiner Familie als des Glaubens willens.

7. Deine Bücher spielen in der nahen Zukunft und haben diesen wunderbaren Mix aus Science Fiction und Fantasie. Welcher Charakter währst du gerne wenn du selbst in deinen Büchern mitspielen könntest? (muss kein Mensch sein)

Nuja, das sagt doch schon mein Twittername, wer ich bin. xD

8. Wann hast du mit dem Lesen begonnen / hat deine Liebe zu Büchern begonnen und welches war dein erstes Buch was du gelesen hast?

Spät hab ich mit dem Lesen begonnen. Ich hab die ersten zwei Schuljahre überstanden, ohne dass es aufgefallen ist, das ich nicht lesen konnte. Und als Legastheniker ist es bis heute eine Frage meiner Verfassung, wie gut ich es kann. Insofern ist eine Liebe zu Büchern bei mir so eine Sache. Allerdings besitze ich trotzdem ein paar Hundert die ich auch alle gelesen habe. Die meisten habe ich mir aber erst als junger Erwachsener gekauft.  Dafür Liebe ich aber Geschichten von klein auf.  Märchen die meine Mutter vorlas, Hörkasetten von Hui Bo bis zu den drei Fragezeichen als kind, später Hörbücher. Bei diesem Medium ist es egal ob ich nicht mehr lesen kann, hören geht immer.

9. Wenn du wie die Crew der Sirius7 auf einem anderen Planeten festsitzen würdest, was würdest am meisten vermissen?

Da dann meine Crew auch dabei wäre, meine gemütliche Höhle.

10. Wenn du einen Wunschzettel schreiben würdest, was würde dieses Jahr drauf stehen?

Egoistischer weise ein neuer PC.

11. Zu guter Letzt die berühmten guten Vorsätze für das neue Jahr. Schon welche gefasst oder nimmst du dir nichts vor?

Ich hab keine guten Vorsätze. Entweder entschließe ich mich zu etwas und ziehe das dann durch, oder lass es sein. Vorsätze haben etwas von Selbstbetrug.

Danke Thorsten das du mitgemacht hast

Eine wundervolle Rezension zu Teil 1 und allen anderen Bänden der Crew der Sirius 7 findet ihr bei Connies Schreibblog

Und jetzt „Eine Weihnachtsgeschichte“

Ashley Bender saß alleine am knisternden Feuer und stocherte unmotiviert mit einem Stock in der Glut herum. Es war kalt geworden und sie hatte sich in eine kratzige Decke eingewickelt. Den ganzen Tag hatte sie versucht, sich einem der Raubtiere anzunähern, die um das Lager schlichen. Aber ihre Versuche blieben vergebens.  Diese Jahreszeit war nicht die beste um nackt durch das Messergras zu laufen. Aber was sollte sie tun? Sie war nun einmal die einzige der Gruppe die sich durch die scharfen Pflanzen bewegen konnte ohne sich dabei selbst in Scheiben zu schneiden.  Und irgendwer musste sich ja um Nahrungsnachschub kümmern. Das war wirklich nicht einfach für sie.

„Hi Ashley“, begrüßte sie da fröhlich eine Dryade, die zu ihr ans Feuer gehüpft war. Bender verdrehte die Augen und fluchte leise. Für die naiv-fröhliche Art ihrerverwandelten Kameradin hatte sie gerade keinen Nerv.

„Lass mich“, brummte sie daher abweisend.

„Ach komm schon. Was ist mit dir?“, fragte die Dryade freundlich und setzte sich.

Ashley antwortete nicht. Vielleicht verlor Hiriko ja das Interesse wenn sie nicht antwortete und sie einfach ignorierte. Aber ihre Hoffnung wurde nicht erfüllt. Auch ohne ihr Zutun plapperte sie munter weiter und weiter.

„Hallo Leute“, gesellte sich eine weitere Stimme an ihre Feuerstelle. Ashley musste nicht aufblicken um zu wissen wer da hinzugekommen war. „Ganz schön kalt geworden, oder?“

„Geht“, erwiderte Hiriko. „Macht mir nichts aus.“

„Sehe ich“, erwiderte der Norweger gerade als Ashley ihren Blick hob, um Erikson anzusehen. Auch er war in eine Decke gehüllt. Sein pikierter Gesichtsausdruck in Anbetracht der hüllenlosen Dryade verscheuchte einen Teil der Wehmut in Ashleys Herzen. Sie musste sogar ein bisschen gelächelt haben, ohne es zu bemerken, den Hiriko Strahlte sie an.

„So ist es viel besser“, lobte die Dryade.

Ashley schnaufte.

„Was ist denn los?“, wollte Erikson wissen. Er zog seine Decke enger um sich und rutschte näher ans Feuer.

„Ich weiß nicht“, erwiderte Hiriko. „Ashley ist heute nicht gut drauf.“

Bender sagte nichts sondern starrte weiter in die Flammen.

„Ich befürchte, dass ist meine Schuld“, meldete sich eine weitere Stimme zu Wort.

Tilseg. War ja klar, dass der ergrünte Doktor sich nun auch noch einmischen musste, dachte Ashley genervt.

„Was meinst du?“, fragte Hiriko neugierig und beugte sich vor. Diese Bewegung lies den Norweger erröten.
Ein weiteres Grinsen schlich sich in Ashleys Gesicht. Doch es blieb nur kurz.

„Ich habe erwähnt dass in drei Tagen auf der Erde Weihnachten ist“, erklärte Tilseg emotionslos.

„Weihnachten?“, fragte Hiriko. „Das ist doch das Fest mit dem Baum oder?“

„Ja. Ein Weihnachtsbaum hat vielerorts Tradition“, bestätigte der Doktor.

„Ich erinnere mich“, freute sich die Dryade. „Tannen mit Lichtern, hübsch glänzenden Kugeln, Lametta und Schmuck.“

„In der Tat.“

Aber um den Baum geht es dabei nicht“, sagte Erikson, bemüht nicht zur Dryade zu blicken.

„Nicht?“ Hiriko schaute überrascht. „Gibt es nicht ganz viele Lieder über den Weihnachtsbaum?

„Das ist korrekt. Oh Tannenbaum beispielsweise“, bestätigte Tilseg. „ Aber Sven Eriksons Aussage ist ebenfalls korrekt. Der Baum ist nur festliches Beiwerk.“

„Dann geht es um die Geschenke, oder? Ich weiß, dass es Weihnachten Geschenke gibt.“

„Ja, das stimmt schon“, sagte Sven und seufzte. „Aber eigentlich geht es auch nicht darum Geschenke zu bekommen.“

„In der Tat“, sagte Tilseg. „Die Christen feiern an diesem Tag, dass ihr Messias geboren wurde.“

„Und darum ist Ashley traurig?“

„Bin ich nicht“, brummte diese genervt. Ihre Kameraden verstanden nichts.

„Wenn es dich aufmuntert, feiern wir gerne Weihnachten mit dir.“  

„Hört endlich auf mit dem Gequatsche! Ihr geht mir damit gehörig auf die Nerven! Es geht nicht um den blöden Baum. Und Geschenke brauch ich auch nicht!“

 Was ist denn los?“, fragte Hiriko zurück. Besorgnis stand in ihrem Gesicht geschrieben.

„Nichts.“

„Bitte Ashley. Dass du etwas hast, ist offensichtlich“, sagte Sven und fing sich dafür einen bösen Blick der Amerikanerin ein.

„Seit unserem Gespräch hast du schlechte Laune“, sagte Tilseg in seiner ruhigen Art. „Sag uns, was dich bedrückt.

Einen Moment glaubte Bender nun explodieren zu müssen, doch dann atmete sie tief durch. „Ich habe Heimweh“, gab sie zu.

„Verstehe ich gut.“ Erikson seufzte. „Ich auch.“

„Und das anstehende Weihnachtsfest verstärkt diese Emotion?“, erkundigte sich Tilseg.

„Du hast mich damit daran erinnert, wie lange wir schon von der Erde fort sind“, entgegnete Ashley wieder in die Flammen starrend. „Und daran, was wir seither alles verloren haben.“

„Aber wir haben auch viel gewonnen“, sagte Hiriko bestimmt.

Ashley schaute die Dryade überrascht an.

„Ach ja? Und was?“

„Schau dich doch um!“ Hiriko deutete auf das Lager. „Hättest du gedacht dass wir soweit kommen als unser Schiff zerstört wurde? Dass wir Boris wiederfinden und heute hier zusammensitzen?

„Nein“, gab sie zu. „Aber was den dummen Kater betrifft, ist er nicht hier.“

„Boris Koschkin wird wiederkehren“, sagte Tilseg gelassen.

Und du hast uns“, plapperte Hiriko weiter.

„Toll“, brummte Ashley wenig begeistert, doch innerlich musste sie zugeben, dass an dem was Hiriko sagte etwas dran war. Ashley blickte zuerst in ihr freundliches Gesicht, dann zu Tilseg und schließlich zu Sven, der sie verlegen anlächelte.

Ein warmes Gefühl regte sich in ihrem Bauch und breitete sich aus. Sie warzwar Lichtjahre von der Erde entfernt doch die wichtigsten Menschen in ihrem Leben waren im Grunde bei ihr. Bis auf ihr Katerchen.So sehr ihre Freunde Ashleymanchmal auf die Nerven gingen, irgendwie hatten sie es geschafft, das es ihr etwas besser ging.

Ein lautes Trompeten beendete die Idylle schlagartig. Der Ursprung war nicht weit von ihrem Feuer entfernt. Ashley brauchte nicht lange, an der Messergrasgrenze die mächtige Gestalt des Schuppengepanzerten Raubtiers auszumachen, dass sich durch diesen Laut angekündigt hatte. Der Säbelfant trug etwas in seinem Maul. Einen Körper, den er nun ablegte, um erneut zu Trompeten. Dann zog er sich wieder in das hohe Messergras zurück.

„Was hat das zu bedeuten?“, wunderte sich Erikson.

„War das nicht der große Säbelfant, dem wir mit seinem Nasenring geholfen haben?“ fragte Hiriko

„In der Tat“, bestätigte Tilseg ruhig. „Und er hat uns etwas dagelassen.“

„Offenbar ein Geschenk“, freute sich Ashley über die Geste des Tiers, die neue Hoffnung in ihr weckte – vielleicht würde es ja doch noch etwas mit ihrem eigenen Säbelfanten. „Wie es aussieht haben wir hier unseren Weihnachtsbraten.“

 

 

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